Regionalmuseum Reichelsheim Odenwald

Den Mittelpunkt der kleinen Burg bildete, wie der Wanderer heute noch erahnen kann, der Bergfried, ein turmartiges Gebäude, dessen unterer Raum vermutlich zugleich auch als Wohnung diente. Der enge Hofzwinger, umfriedigt durch eine Ringmauer, umgab den Turm. Ein tiefer und breiter Graben ist an der Bergseite noch zu erkennen. Drei Teiche sollen sich in der Umgebung befunden haben. Die Burg könnte dem Besitzer als Beobachtungspunkt für den Verbindungsweg zwischen Mümling- und Gersprenztal gedient haben. Diese uralte Straße führte am Abhang des Berges vorbei und konnte von hier aus eingesehen und verteidigt werden.

Mit Urkunden belegt ist der seit über 200 Jahren währende Steinraub an der Anlage, wo sich außerordentlich schön behauenes Steinmaterial finden ließ. Während Mitte des 18. Jahrhunderts noch ansehnliche Teile der Burg erhalten waren, hat die radikale Ausbeutung der Ruine bewirkt, dass es heute kaum möglich ist, sich auch nur einigermaßen klare Vorstellungen vom einstigen Aussehen der Anlage machen zu können.

Der Ehrenortsvorsteher von Beerfurth, Willi Delp, selbst Mitglied im Arbeitskreis des Regionalmuseums, bemüht sich um den Erhalt und die Erforschung der einstigen Burg. Seine Fundstücke, eine steinerne Schleuderkugel, die auf militärische Aktivitäten an der Burg hinweist, sowie ein glatt behauener Verblendstein aus Sandstein hat er dem Museum vermacht. Sie sind im historischen Rathaussaal (Erdgeschoss) zu besichtigen.

Bilder: Wolfgang Kalberlah

 

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