Abteilung Reinheim-Reichelsheimer Eisenbahn

im Dachgeschoss, links

Abteilungsleitung
Wolfgang Kalberlah
Telefon 06164 913793
E-Mail: rre[at]akrro.de

 

Verlauf der Bahnlinie im Gersprenztal

Ein Modell des oberen Gersprenztales symbolisiert den Streckenverlauf der Nebenbahnlinie von Reinheim nach Reichelsheim. Sie wurde liebevoll "Odenwälder Lieschen" genannt. Die Höhen sind dreifach überhöht dargestellt, um Schienen und Zug nicht zu mächtig erscheinen zu lassen.


Lokomotiven und Wagen

Während des Betriebs der RRE waren dort vier Lokomotivtypen im Einsatz: Tenderlokomotiven, Preußische T3, Mallet-Loks und ELNA-Maschinen. Auch zwei Triebwagen mit Anhänger waren im Laufe der Existenz der Bahnlinie im Einsatz. Über sie und die teilweise in Reichelsheim gebauten Wagen geben Tafeln über dem Gersprenztal-Modell Auskunft. Originalbänke aus den Personenwagen laden zum Verweilen ein. Das zu den Lokomotiven und Wagen gehörende Handwerkszeug ist an verschiedenen Stellen zu sehen. Zwei Öfen aus den Wagen der 2. und 3. Klasse erinnern an die Zeit, als die Dampfheizung noch keinen Einzug beim "Odenwälder Lieschen" gehalten hatte.


Betriebs- und verkehrsdienstliche Einrichtungen, Bahnhöfe

An der Strecke befanden sich die Bahnhöfe Reichelsheim, Kirch- und Pfaffen-Beerfurth, Nieder-Kainsbach - Fränkisch-Crumbach, Brensbach, Groß-Bieberau und Reinheim. Sie verfügten über Güterschuppen, Ladegleise mit Rampen, Überholungsgleise, Abfertigungs-, Schalter- und Warteräume. Die Uhr aus dem Reichelsheimer Wartesaal erinnert noch an diesen End- und Zugleitbahnhof. Die zwischen den Bahnhöfen gelegenen Haltestellen und Haltepunkte waren - mit Ausnahme von Bockenrod - meist nur sehr einfach ausgestattet. Fahrkarten gab es in den nahen Gastwirtschaften. Bei einem Rundgang im Uhrzeigersinn sind die wichtigsten Informationen über diese Bahnhöfe und den Haltepunkt Bockenrod auf Tafeln zu erfahren. Darüber hängen rechts und links die Gleispläne als Modell, um einen Eindruck von der jeweiligen Anlage zu gewinnen.


Drahtseilbahn

Bockenrod hat eine besondere Bedeutung für das "Odenwälder Lieschen". Das in Bergwerken zwischen Ostern, Erzbach und Bockenrod gewonnene Manganerz wurde mit einer Seilbahn von der Höhe herab bis zum Ladegleis transportiert, verladen und anschließend mit der Bahn zur Verhüttung in das Saarland und nach Lothringen gefahren. Ein alter Frachtbrief dokumentiert dies. Der Verlauf der Drahtseilbahn ist im Gersprenztal-Modell angedeutet.

 

Technische Ausstattung

Eine Betriebswerkstatt mit Wasserturm und ein Lokschuppen in Reichelsheim sowie eine Bahnmeisterei in Groß-Bieberau hoben die RRE über den Rahmen einer Nebenbahn hinaus. In der Werkstatt wurden nicht nur Personenzugwagen älterer Bauart mit neuen Aufbauten ausgerüstet, Radreifen aufgezogen und Bremsklötze gewechselt, sondern auch Lokomotiven der gesamten Süddeutschen Eisenbahn-Gesellschaft gewartet, repariert und ihre Termin gebundenen Hauptuntersuchungen durchgeführt. Einige Reichelsheimer Wagen existieren noch heute auf anderen Strecken. Bildtafeln zeugen von den Arbeiten in den Werkstätten.


Uniform und Bahnhofsinformationen

Uniformen und Personal

Lokführer, Schaffner, Bahnhofsvorsteher und Arbeiter besaßen unterschiedliche Kleidung. Eine Vitrine enthält im Wechsel solche Uniformen und die von diesen Personen verwendeten Geräte. Tafeln und teilweise auch die anderen Vitrinen vervollständigen das Bild.


Wechselausstellungen

Die Informationstafeln werden durch Vitrinen ergänzt. Sie zeigen im Wechsel Dokumente über das Personal der Bahn (Agenturvertrag, Dienstausweis) sowie den Güter- und Personenverkehr (Frachtbriefe, Fahrkarten, Fahrkartenzangen usw.). Kleinteile aus dem Fahrzeugpark wie z. B. Hinweisschilder runden das Bild ab. Dienstanweisungen, sonstige Vorschriften und technische Informationen geben auch den fachkundigen Besuchern Auskunft. Hierzu wird im Klappständer zusätzliches Bildmaterial angeboten.


Entwicklung der Bahnlinie

  • 1868 Beginn der Diskussion über eine schienenmäßige Erschließung des Gersprenztales

  • 1886 Festlegung des Finanzplanes, des Landerwerbsplans und der Kostenbeteiligung

  • 1887 Baubeginn an 17 verschiedenen Stellen, 10. Oktober: Eröffnung des Bahnbetriebs

  • 1895 11. April: Die Süddeutsche Eisenbahn-Gesellschaft (S. E. G.) wird Betreiberin der Bahn

  • 1900 Einstellung der Erztransporte infolge Schließung der Bergwerke

  • 1910 Höhepunkt des landwirtschaftlichen Gütertransports

  • 1950 Höhepunkt des Personenverkehrs

  • 1953 Die Deutsche Eisenbahn-Gesellschaft (DEG) wird Verwalterin der Bahn

  • 1963 25. Mai: Einstellung des Personenverkehrs

  • 1964 Einstellung des Güterverkehrs zwischen Reichelsheim und Groß- Bieberau

  • 1964 3. August: Beginn des Rückbaus der Strecke Reichelsheim - Groß- Bieberau

  • 1964 1. Oktober: Die Odenwälder Hartstein-Industrie (OHI) wird Betreiberin der Reststrecke, die unter Groß-Bieberau-Reinheimer Eisenbahn GmbH (GBRE) firmiert

  • 1965 Beginn der Schottertransporte von Groß-Bieberau nach Reinheim zur Odenwaldbahn

  • 1987 Erweiterung der Gleisanlagen im Bahnhof Groß-Bieberau für die Gleisschotterverladung

  • 1992 Bau eines Gleisanschlusses für die Firma Hach im Bahnhof von Groß- Bieberau; später wieder zurückgebaut

  • 2002 Vorläufige Einstellung des Betriebs auf der Reststrecke

  • 2005 Erhaltung der Weiche in das Gersprenztal


Literatur

In unserer Andenkenecke finden Sie Literatur zum Thema Eisenbahn.

 


Weitere Informationen


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